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Karsai: ein Schritt in Richtung Taliban

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Karsai: ein Schritt in Richtung Taliban

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Der afghanische Präsident Hamid Karsai will nach dem umstrittenen Wahlprozesses alle Afghanen mit seiner Regierung vertreten. Während einer Pressekonferenz appellierte er auch ausdrücklich an die Taliban, sich am Friedensprozess in Afghanistan zu beteiligen. Und – er bedauerte, dass die ursprünglich geplante Stichwahl nicht stattfinden konnte.

Am Tag zuvor hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ihn bei einem Überraschungsbesuch in Kabul gratuliert. Die afghanische Wahlkommission hatte Karsai zum Sieger der Präsidentschaftswahl von Ende August erklärt, nachdem sein Herausforderer Abdullah Abdullah sich kurz vor dem Tag der Stichwahl aus dem Rennen zurückgezogen hatte. Der vormalige Aussenminister Abdullah hatte seinen Rückzug mit der Befürchtung begründet, dass eine Stichwahl erneut von Wahlfälschung und Manipulation geprägt sein könnte. Zudem forderte er die Absetzung des Präsidenten der Wahlkommission. Die afganische Presse und viele Beobachter sehen Abdullah trotz des Ausscheidens in einer gestärkten Position: Er sei aus dieser Wahl als klarer Führer einer bisher zerstrittenen Opposition hervorgegangen. Karsai dagegen sei nach dem Chaos um seine Wiederwahl erheblich geschwächt. Ein Talibansprecher schließlich, nannte seine Wiederwahl “eine Farce”.