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Montagsdemos in Leipzig - so fing es an

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Montagsdemos in Leipzig - so fing es an

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Leipzig, 20 Jahre danach. Hier hatte es angefangen. Mit den Friedensgebeten in der Nikoleikirche. Die liegt im Stadtzentrum, wo viele Menschen nach Feierabend vorbeikommen. Nur ein paar Schritte von der Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit entfernt. Also lud der Pastor auch am 9. Oktober wie an jedem Montag um die Feierabendzeit zum Friedensgebet ein. Diese Tradition gab es schon seit 1982. Im Herbst 1989 aber wurde sie politisch. Unter “Gorbi, Gorbi”-Rufen zogen die Menschen nach dem Gebet über die Ringsstraße um das Leipziger Stadtzentrum herum. Die Fluchtwelle über Ungarn, die blutige Niederschlagung der Studentenproteste in Peking, das bewegte die Leute – und hier konnte sie Sorgen und Ärger rauslassen. Die Staats- und Parteiführung hatte keine Antworten auf die Fragen ihrer Bürger nach Reformen. In Berlin hatte am 18. Oktober das Politbüro Erich Honecker weg und Egon Krenz auf dessen Stuhl geputscht. Antworten hatte der auch keine. Am 10. September gingen die Mitgklieder des “Neuen Forum” mit der DDR-Verfassung unterm Arm zum zuständigen Amt, um ihr Recht auf Meinungs- und Organisationsfreiheit einzufordern. Sie wurden hingehalten, mit bürokratischen Vorwänden abgespeist – aber die Idee saß schon in den Köpfen vieler. Zunächst hieß es auf der Straße: “Neues Forum zulassen, Neues Forum zulassen…” Der nächste Sprechchor hieß dann schon: “Wir sind das Volk.”

Die Berliner Mauer: de.euronews.net/1989-2009