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USA verärgert über Urteil gegen CIA-Agenten

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USA verärgert über Urteil gegen CIA-Agenten

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Im Prozess um die Entführung eines muslimischen Geistlichen sind in Italien mehr als 20 CIA-Agenten in Abwesenheit zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Gericht in Mailand befand insgesamt 23 US-Bürger für schuldig, 2003 den radikalen ägyptischen Kleriker Abu Omar gekidnappt zu haben. Sie erhielten Haftstrafen zwischen fünf und acht Jahren. Alle bis auf einen hatten für die CIA gerabeitet. Den Angeklagten war vorgeworfen worden, den Geistlichen entführt und über den deutschen US-Stützpunkt Ramstein nach Ägypten verschleppt zu haben. Dort soll er angeblich gefoltert worden sein. Staatsanwalt Armando Spataro sagte, es sei möglich, dass der Fall dem amerikanischen Justizministerium übergeben werde, damit es die Verurteilten weiter verfolge. Aber man werde sehen. Die Mailänder Staatsanwaltschaft hatte 2007 einen Auslieferungsantrag für die per Haftbefehl gesuchten US-Bürger gestellt. Die Regierung in Rom hatte es aber abgelehnt, ihn weiterzuleiten. Die USA zeigten sich enttäuscht von dem Urteil. Geoff Morrell, Sprecher des Verteidigungsministeriums, sagte, man habe einen Prozess erwartet, der den Standards der NATO-Abkommen entspreche. Weil der auf offener Straße in einen Wagen gezerrte Abu Omar über den US-Luftwaffenstützpunkt in Deutschland nach Ägypten geflogen worden war, ermittelten seinerzeit auch deutsche Staatsanwälte.