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Die DDR war pleite, als die Mauer fiel

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Die DDR war pleite, als die Mauer fiel

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Damals, als die Mauer fiel, verschwanden viele ostdeutsche Produkte vom Markt. Vorrübergehend auch manch beliebtes kleines Motorad, wie die MZ. Das Kürzel steht für Motorenwerke Zschopau. Die sind seit diesem Jahr eine GmbH. Nahe der tschechisch-deutschen Grenze hat der ehemalige Motorradrennfahrer Martin Wimmer die Firma kurzerhand übernommen. Denn in der strukturschwachen Region fehlt es an Investoren.

Martin Wimmer sagt heute dazu: “ Mit MZ und der Historie besteht die Möglichkeit wieder am Weltmarkt für kleine Motorräder teilzunehmen. Der Weltmarkt hat 20 Millionen Einheiten. Deutsche Produkte wären gefragt, wenn sie es denn gäbe. Und das kapiert hier keiner.” Eine andere Firma hat den Mauerfall überlebt. Deren Kekse haben den Kommunismus durchlebt und die Maschinen von früher, sie laufen immer noch. Man muss zur Hartmut Quendt fragen, wie das geht: “ Wir haben hier soviel Zeit reingesteckt. Ich habe Tag und Nacht gearbeitet, bis die Maschinen standen. Und dann sollten sie verschrottet werden. Das war mein Lebenswerk. Gerade in Betrieb gegangen und es funktionierte. Und dann kam jemand her und sagte: Es ist sowieso DDR-Schrott, das taugt nichts.” Welch ein Irrtum. Wegen der niedrigen Löhne im Osten Deutschlands und stattlicher staatlicher Hilfen floriert die Firma, die nun 180 Angestellte hat. Seit der Einigung fliessen jährlich Milliarden Euro nach Ostdeutschland. Zusätzlich gibt es auch noch Hilfen bei speziellen Investitionen. Zusammen mit den niedrigen Lohnniveau zieht es auch westdeutsche Firmen in den Osten der Republik. Wie diese Fischfabrik aus Hamburg. Deren Chef Thomas Lauenroth ist begeistert: “ Hier funktioniert das prima. Hier gibt es Mitarbeiter, die gerne in so einem Betrieb arbeiten wollen und auch Fisch anfassen. Denn das müssen wir hier immer noch machen.” Die Arbeitslosigkeit im Osten Deutschlands ist sehr hoch. Im Westen ist sie wesentlich geringer. Gut qualifizierte Arbeitnehmer im Osten machen die Region für High-Techfirmen interressant. Wie für die Hersteller von Solaranlagen. Die profitieren zusätzlchvon staatlichen Hilfen für saubere Energie.. Deutschland ist Marktführer in dieser Technologie. In diesem Fall – dem Osten sei Dank.

Die Berliner Mauer: de.euronews.net/1989-2009