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EU fordert Aus für Kraftwerk im Kosovo

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EU fordert Aus für Kraftwerk im Kosovo

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Beim Thema Energie stellt die EU das Kosovo vor die Wahl zwischen Pest und Cholera: Schließt das Balkanland wie verlangt einen extrem umweltschädlichen Kohlereaktor, bricht womöglich in einigen Jahren die Energieversorgung zusammen. Das Kraftwerk “Kosovo A” hat bereits vier von zehn Bewohnern der Region in die Flucht geschlagen. Also soll “Kosovo A” – gebaut in den 1960er Jahren nach DDR-Technologie – spätestens 2017 vom Netz gehen. Renzo Daviddi, Chef der EU-Kommission im Kosovo bezeichnete Kosovo A als eine unglaubliche Dreckschleuder. Es liege Hundertfach über den zulässigen Normen der EU.

Und in die EU eintreten will das Land so bald wie möglich eintreten. Aber das Kraftwerk liefert die Hälfte der Energie im Land. Und die Stromversorgung der rund zwei Millionen Kosovaren ist heute schon unzuverlässig. Und das steht jeder wirtschaftlichen Entwicklung im Weg. Das Land hängt ab von zwei Braunkohlekraftwerken, einem Heizkraftwerk und einem kleineren Wasserkraftwerk. Klappt der geplante Ersatzbau nicht rechtzeitig – und Investoren machen sich rar – muss Energie importiert werden. Oder der jüngste Staat Europas liegt noch häufiger als bisher im Finstern und Kalten.