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Nervenkrieg auf hoher See

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Nervenkrieg auf hoher See

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Auf dem spanischen Trawler “Alakrana” spitzt sich die Lage weiter zu. Seit mehr als einem Monat befinden sich 36 Seeleute in der Gewalt von Piraten. Diese drohten nun, drei der Seeleute zu töten, wenn Spaniens Regierung ihren Forderungen nicht nachkommt. Die Familien der Entführten sind über das Verhalten der spanischen Regierung empört. Angeles Jiminez, eine der Matrosenfrauen sagte: “Regierung und Opposition müssen zusammenarbeiten und versuchen die 36 Gefangenen zu befreien. Geschieht dies nicht, sind sie verantwortlich für das, was mit den Seeleuten passiert.”

Die Piraten verlangen drei Millionen Euro Lösegeld für die Crew. Und sie wollen zwei Komplizen freibekommen, die in Madrid im Gefängnis sitzen. Das lehnt die Regierung ab. Schiffskapitän Ricardo Blach sagte am Telephon, was die Piraten nun vorhaben: “Sie werden drei von uns töten, wenn nicht binnen zwei Tagen klar ist, wann die beiden Seeräuber freikommen. Danach werden wieder drei Seeleute herausgepickt und zwei Tage später ermordet.” Die spanische Regierung kritisierte den Kapitän scharf. Verteidiungsministerin Carme Chacon erklärte: “Natürlich verstehen wir die Sorgen der Angehörigen. Aber es ist völlig klar, dass die Piraten nicht nur die Entführung an sich nutzen, sondern auch die Angst der Familien, um ihre kriminellen Ziele zu erreichen.” Spaniens Regierung scheint entschlossen, nicht nachgeben zu wolllen und die Schuldigen vor Gericht zu stellen. Ob die Piraten ihre Drohungen wahrmachen ist unklar. Der Nervenkrieg geht weiter.