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Bilder, die die Welt veränderten

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Bilder, die die Welt veränderten

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Ricardo Figueira euronews Der Fall der Mauer war ohne Zweifel eines der größten Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Viel ist auch den Medien und den Fotos, die uns erreicht haben, zu verdanken – Fotos, die für Schlagzeilen in der ganzen Welt sorgten.

Stéphane Duroy, guten Tag, Sie sind Fotograf für die Agentur “VU”. Am Abend des 9. Novembers waren Sie in Berlin, ein bisschen durch Zufall. Was war ihre Reaktion, als sie die Nachricht vom Mauerfall erhielten? Stéphane Duroy Fotograf Am Vortag des 9. lief ich durch die Straßen von Ostberlin. Es war sehr ruhig. Erst als ich nach Westberlin in mein Hotelzimmer zurückkehrte, sah ich den Wahnsinn um die Mauer herum. Das war mein erster Kontakt mit dem Mauerfall. Ricardo Figueira euronews Sie haben wahrscheinlich sofort angefangen, zu fotografieren? Stéphane Duroy Fotograf Natürlich, es war ein Reflex. Aber es war zunächst nicht sehr interessant. Es war wie immer bei diesen großen Ereignissen. Es passiert viel, aber die Emotionen sind groß und das erschwert es, die interessanten Dinge zu fotografieren. Man musste bis zum nächsten Tag warten, um das zu fotografieren, was wirklich den Mauerfall erzählt. Ricardo Figueira euronews Können Sie einige der Bilder kommentieren? Hier ist ein Foto, dass sehr bekannt geworden ist. Ein Foto, dass in vielen Zeitungen veröffentlich wurde. Wo und wann wurde dieses genau gemacht? Stéphane Duroy Fotograf Ich habe es am Brandenburger Tor gemacht, am Morgen des 11. November. Die Risse in der Mauer gab es vorher noch nicht. Nicht am 9 oder 10. erst am 11. Ricardo Figueira euronews Was ist da passiert? Stéphane Duroy Fotograf Da war eine riesige Masse, es war ein bisschen gewalttätig, die Volkspolizei war an der Mauer postiert. Die Massen begannen wirklich, die Mauer einzureißen. Ihre Idee war es, die Mauer zu durchbrechen und sie zu zerstören. Das war das Ende der Berliner Mauer, sowohl physisch als auch symbolisch. Ricardo Figueira euronews Auf diesem zweiten Bild sehen wir etwas, dass es kaum noch zu sehen gibt in Berlin – diese riesigen Lücken. Sie haben Berlin während der vergangenen 30 Jahre fotografiert. Wie haben sie die Metarmorphose dieser Stadt wahrgenommen – von einer verwundeten Stadt zu einer großen Metropole heute? Stéphane Duroy Fotograf Es gibt eine spontane Reaktion, die Freude, dass Berlin, eine geteilte Stadt wiedervereint ist, dass sich Familien wiedergefunden haben und der Wunsch der Deutschen nach Wiedervereinigung letztlich wahrgeworden ist. Ich persönlich habe, aus sehr verschiedenen Gründen, eine sehr intime Beziehung zu Berlin. Der Fall der Mauer war das Ende einer Ära. Es war besonders, es war ein Zusammentreffen vieler Künstler. Es war eine gute Zeit, die ich vermisse.