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"Ostalgie", eine Frage der Identität?

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"Ostalgie", eine Frage der Identität?

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Puhdys, Karat, City, Trabbi, Spreewaldgurke – was all diese Dinge gemeinsam haben? Es sind DDR-Produkte, und sie boomen heute wieder, 20 Jahre nach dem Mauerfall. Sehen kann man das alles im Berliner DDR-Museum, hier erhält man einen Einblick in den Alltag im anderen Deutschland. Inzwischen gibt es ein Wort dafür: “Ostalgie”, heisst das. Museums-Besucherin West Angelika Koll-Günther findet das Phänomen zwar eher merkwürdig, hat aber Verständnis dafür; schließlich hätten die Menschen ihre Kindheit und Jugend in dieser Zeit und Welt verbracht, die 1989 kollabiert sei. Die Ost-Berlinerin Sabine Rothermund, es sei wirklich nostalgisch, all die Dinge ihrer Kindheit wiederzusehen. Das wecke viele Erinnerungen bei jemandem, der damit aufgewachsen sei. “Ostalgie”, das ist für viele auch der Vorzeigeplatz Ostberlins, der Alexanderplatz mit seiner Weltzeituhr. Unternehmerisch hat es vor allem der inzwischen bekannte Rotkäppchensekt geschafft. Und politisch dürfte vor allem der Ampelmann reüssiert haben: Der Widerstand dagegen, ihn im Osten durch das Westmännchen zu ersetzen, war so groß, dass er sich jetzt auch in West-Berlin ausbreitet. Markus Heckhausen, der die zahlreichen Ampelmann-Produkte vertreibt, sieht darin eine Art Kampf “David gegen Goliath”, die der kleine Ost-Ampelmann gegen den großen West-Konkurrenten gewonnen habe. Für viele Soziologen ist die sogenannte “Ostalgie” aber vor allem ein Hinweis auf eine Identität, die nach 40 Jahren nicht einfach abgelegt werden kann.