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Russischer Polizist kritisiert per Internet

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Russischer Polizist kritisiert per Internet

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Ein russischer Polizeibeamter, der wegen seiner öffentlichen Kritik an der Behörde entlassen worden ist, hat Regierungschef Wladimir Putin zu einer offiziellen Reaktion aufgefordert.

Der Polizei-Major hatte in Videobotschaften im Internet über schlechte Bezahlung geklagt und die angebliche Verhaftung Unschuldiger und Korruption angeprangert. Das zuständige Polizeipräsidium entließ ihn wegen Verleumdung. Bei einer Pressekonferenz in Moskau sagte der Entlassene, Alexej Dymowski, nach den zahlreichen Solidaritätsbekundungen aus der Öffentlichkeit rechne er mit Änderungen des Systems. Seine Videos wurden wahre Renner im Internet: Hunderttausende sahen sich die Brandreden an. Der Moskauer Polizeigewerkschaftsvorsitzende Michail Paschkin sagte, die Beamten stünden unter enormem Druck, Schuldige zu finden, um die vom Innenministerium festgelegte Aufklärungsquote zu erfüllen – auf Kosten der Allgemeinheit: Das sei nicht Korruption, sondern ein Verbrechen. Paschkin sagte auch, die Lage sei in allen Teilen Russlands schlecht. Wladimir Putin reagierte bisher nicht auf Dymowskis Schelte im Internet – und auch nicht auf dessen Aufforderung, zu einem Krisentreffen zusammenzukommen.