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11.11.1918 - Waffenstillstand im I.Weltkrieg

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11.11.1918 - Waffenstillstand im I.Weltkrieg

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60 Millionen Soldaten auf allen Schlachtfeldern quer über den Kontinent, mindestens 8 Millionen Gefallene. In den Siegerländern Frankreich und Großbritannien heisst heute noch “grande guerre”, der “Großen Krieg” , was die damals unterlegenen Deutschen schlicht den I. Weltkrieg nennen.

Deutsche sehen bis heute überdeutlich die direkte Verbindung, die vom Vertrag von Versailles, den die Siegermächte dem Besiegten diktierten, zur Hitler-Diktatur und damit zum II. Weltkrieg führte. Nach dessen Ende mussten noch 17 Jahre vergehen, ehe ein deutscher Bundeskanzler mit einem französischen Präsidenten Versöhnung zelebrieren konnte. Im Jahr darauf unterzeichneten Charles de Gaulle und Konrad Adenauer den “Elysees-Vertrag”, der bis heute als Geburtsurkunde französisch-deutscher Freundschaft gilt. Eine Tradition, die die Nachfolger beider Politiker, Präsident Francois Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl, über den Gräbern von Verdun mit einer Geste bekräftigten, die in die Geschichtsbücher einging. Jahre später erinnerte sich Helmut Kohl: “ Da haben wir eigentlich mehr oder minder spontan, das haben wir vorher nicht besprochen, uns die Hand gegeben. Er war der Ältere, er hat den ersten Schritt getan. So ist dieses Bild entstanden und das war für uns beide aus sehr unterschiedlichen Gründen der verschiedenen Generationen auch einer der bewegenden Augenblicke unseres Lebens.” Dass die ehemals Verbündeten von beiden Seiten des Ärmelkanals zu diesem Tag einander besuchen, ist normal. 1998 wollte Präsident Jacques Chirac schon einen Schritt weiter gehen und den damaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder einladen. Dem war der Zeitpunkt nur wenige Wochen nach seiner ersten Wahl wohl zu früh. Er folgte dann 2004 Chiracs Einladung in die Normandie zum 60. Jubiläum der Landung der Alliierten.