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Höchsttrafe für Mord im Dresdener Gerichtssaal

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Höchsttrafe für Mord im Dresdener Gerichtssaal

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Wegen des aufsehenerregenden Mordes an einer Ägypterin im Gerichtssaal ist der Täter, ein Russlanddeutscher, zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Dresden stellte zudem eine “besondere Schwere der Schuld” fest und schloss damit eine vorzeitige Haftentlassung aus. Der 28-jährige Alex Wiens hatte Anfang Juli bei einer Gerichtsverhandlung auf Marwa El-Sherbini und ihren Mann eingestochen. Nur er überlebte die Attacke. Seine Frau hatte Wiens wegen Beleidigung auf einem Spielplatz angezeigt. Am Rande des Mordprozesses bekundeten zahlreiche Menschen ihren Unmut über die Abwesenheit von Vertretern der Bundesregierung. Der Fall hatte in der islamischen Welt hohe Wellen geschlagen. Wiens hatte die Ägypterin als als “Islamistin” und “Terroristin” beschimpft. In ihrem Heimatland forderten viele Menschen die dort noch geltende Todesstrafe. Der ägyptische Botschafter in Deutschland begrüßte das Urteil, wie auch ein Mann auf einer Straße in Kairo: Das Urteil dürfte alle islamischen und arabischen Menschen zufriedenstellen, sagte er. Der Dresdner Richterspruch sei ein gutes Urteil. Mitte Juli hatten zahlreiche Menchen in Dresden ihre Abscheu vor rassistischer Gewalt bekundet und Abschied genommen von Marwa El-Sherbini.