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Libyen will zwei Schweizer vor Gericht stellen

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Libyen will zwei Schweizer vor Gericht stellen

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Zwei Schweizer Geschäftsleute, die seit Monaten in Libyen festgehalten werden, sollen dort vor Gericht gestellt werden. Sie hätten gegen Aufenthaltsbestimmungen und Geschäftsregeln verstoßen und zudem Steuern hinterzogen, erklärte das Außenministerium in Tripolis. Hintergrund ist die vorübergehende Festnahme des Sohnes und der Schwiegertochter von Staatschef Gaddafi in Genf im vergangenen Jahr. Die beiden sollen Hausangestellte misshandelt haben, was sie bestreiten. Versuche hoher Schweizer Diplomaten sowie auch des amtierenden Bundespräsidenten Hans-Rudolf Merz, eine einvernehmliche Lösung zu finden, sind bisher gescheitert. Merz reiste im vergangenen August nach Libyen und entschuldigte sich. Doch vor einigen Wochen wurden die Geschäftsleute an einen unbekannten Ort gebracht mit der Begründung, eine gewaltsame Befreiung durch die Schweiz müsse verhindert werden. Daraufhin beschoss die Schweizer Regierung, die Visabestimmungen für Libyer zu verschärfen. In dem Streit hatte Libyen auch seine Erdöllieferungen an die Schweiz erheblich eingeschränkt. Anfang der Woche wurden die beiden Schweizer in die Botschaft ihres Landes zurückgebracht.