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Streit um regierungskritische französische Schriftstellerin

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Streit um regierungskritische französische Schriftstellerin

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Im Streit um regierungskritische Äußerungen einer prominenten französischen Schriftstellerin hat es Frankreichs Kulturminister Frédéric Mitterrand abgelehnt, die Autorin gegen Angriffe aus der Regierungspartei in Schutz zu nehmen. In einem Interview mit einem Kulturmagazin hatte die Goncourt-Preisträgerin Marie NDiaye die Einwanderungspolitik von Staatspräsident Nicolas Sarkozy als “monströs” bezeichnet. Daraufhin erklärte der Abgeordnete der Regierungspartei UMP, Eric Raoult, wer Sarkozys Frankreich als monströs bezeichne und sage, die politische Rechte sei der Tod, mache sie nicht vom Recht der freien Rede gebrauch, denn das sei nicht ein Recht der Aggression. Der Politiker forderte ein Pflicht zur Zurückhaltung für Autoren, denen der höchste französische Literaturpreis, der Prix Goncourt, zuerkannt worden sei. Jury-Mitglied Bernard Pivot wies die Forderung zurück: Eine Zurückhaltungspflicht für Schriftsteller gebe es nicht und werde es auch nie geben. Die in Berlin lebende Schriftstellerin forderte eine Klarstellung von Kulturminister Frédéric Mitterrand, der dies jedoch ablehnte und erklärte, das sei nicht seine Aufgabe als Minister, was wiederum Verwunderung auslöste, denn nach der Verhaftung des Regisseurs Roman Polanski in der Schweiz wegen Vergewaltigung hatte Mitterand dessen Freilassung verlangt und erklärt, es sei seine Aufgabe, Künstler zu verteidigen.