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Frankreich: Streit um Waffenverkäufe an Angola

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Frankreich: Streit um Waffenverkäufe an Angola

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Frankreichs ehemaliger Innenminister Charles Pasqua will nicht als Sündenbock dastehen: Gerade ist er wegen verbotener Waffengeschäfte mit Angola verurteilt worden – zu drei Jahren Haft, davon zwei Jahre auf Bewährung.

Auch andere Beteiligte wurden verurteilt, aber nicht die richtigen, findet der 82-jährige Pasqua: Ihm zufolge wussten damals auch seine Chefs Bescheid, also Regierungschef Dominique de Villepin und sogar Staatspräsident Jacques Chirac. “Wenn die Justiz die Waffenverkäufe als illegal einstuft”, sagt Pasqua vor Journalisten, “warum haben dann die Verantwortlichen – die ja informiert waren – das nicht gestoppt? Und warum müssen sie sich dann jetzt nicht wegen Beihilfe verantworten?” Sein Urteil hat Pasqua zunächst angefochten. Die Waffenlieferungen fanden in den neunziger Jahren statt; Angolas Regierung kämpfte damals gegen Aufständische. Frankreich half ihr, das Waffenembargo der Vereinten Nationen zu umgehen. Dazu wurden Panzer, Hubschrauber oder Kriegsschiffe im früheren Ostblock aufgekauft und nach Angola gebracht.