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Das Kosovo wählt - Beteiligung der Serben im Fokus

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Das Kosovo wählt - Beteiligung der Serben im Fokus

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Das Kosovo wählt Kommunalvertreter. Die spannendste Frage: Wieviele Kosovo-Serben gehen zur Wahl ? Ministerpräsident Hashim Thaci plädierte für die Teilnahme – im Interesse eines demokratischen und multiethnischen Landes. Die Kosovo-Serben haben bisher die meisten Wahlen boykottiert – Serbien erkennt das Land nicht an, das 2008 seine Unabhängigkeit erklärte.

Hashim Thaci: “Ich fände eine hohe Beteiligung aller Bürger gut – besonders der Kosovo-Serben. Wir bauen ein Land auf mit demokratischen Standards und einer multi-ethnischen Gesellschaft. Und mit der klaren Vision einer Mitgliedschaft in der EU.” Rund anderthalb Millionen Bürger des jüngsten Staats in Europa sind wahlberechtigt. Neun von zehn Kosovaren haben albanische Wurzeln. Der überwiegend von Serben bewohnte Norden mit den Städten Mitrovica und Gracanica entzieht sich bisher de facto der Kontrolle der Institutionen in der Hauptstadt Priština. Doch der passive Widerstand bröckelt. Umfragen zufolge wollen 28 Prozent der Kosovo-Serben wählen gehen – fast doppelt so viel wie bei den von Belgrad in Gracanica organisierten Kommunalwahlen im August. Momcilo Trajkovic, Bürgermeisterkandidat in der serbischen Kosovoenklave Gracanica: “Diese Wahl hier zeigt den wachsenden Mut der Leute – sie lassen sich nicht mehr einschüchtern von einigen Gruppierungen. Niemand hat irgendetwas zu befürchten, jeder kann seinen politischen Willen ausdrücken. Das ist die Botschaft Serbiens.” An der Wahl beteiligen sich 22 lokale serbische Parteien – die meisten in den Enklaven im Süden. Im Kosovokrieg vor zehn Jahren war ein Teil der serbischstämmigen Bewohner in die Flucht getrieben worden. Ihr Bevölkerungsanteil wird heute auf rund sechs Prozent geschätzt.