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Kosovo wählt - Beteiligung der Serben im Focus

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Kosovo wählt - Beteiligung der Serben im Focus

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Das Kosovo wählt Kommunalvertreter. Interessantestes Ergebnis der ersten Wahlen seit der Unabhängigkeitserklärung 2008 ist aber nicht die Verteilung politischer Ämter. Entscheidend ist, wie viele Kosovo-Serben zur Abstimmung gehen: Beteiligen sie sich am politischen Leben oder bleiben sie weg, um die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anzuerkennen? Rund anderthalb Millionen Bürger des jüngsten Staats in Europa sind wahlberechtigt.

Neun von zehn Kosovaren haben albanische Wurzeln. Im Kosovokrieg vor zehn Jahren war ein Teil der serbischstämmigen Bewohner in die Flucht getrieben worden. Ihr Anteil wird heute auf rund sechs Prozent geschätzt. Serbien erkennt das Kosovo nicht als Staat an und betrachtet die Region weiterhin als Teil Serbiens. An der Wahl beteiligen sich 22 lokale serbische Parteien – die meisten in den serbischen Enklaven im Süden. Der überwiegend von Serben bewohnte Norden mit den Städten Mitrovica und Gracanica entzieht sich de facto der Kontrolle der Institutionen in der Hauptstadt Priština. Bis jetzt haben die Kosovo-Serben die meisten Wahlen boykottiert.