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Die volksnahe Kandidatin

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Die volksnahe Kandidatin

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Die ehemalige lettische Präsidentin Vaira Vīķe-Freiberga gilt in den Fluren Brüssels als Geheimkandidat für das neue Amt des EU-Ratspräsidenten. Sie ist zumindest bisher die einzige, die klar gesagt hat, dass sie den Posten gerne bekleiden würde.

Qualifikationen fehlen ihr nicht: Als Kriegsflüchtling verliess sie 1944 sechsjährig Lettland, wuchs teilweise in Deutschland auf, wurde Psychologieprofessorin in Kanada, lernte unterwegs nicht weniger als 7 europäische Sprachen. Als stellvertretende Leiterin einer Reflexionsgruppe zur zukünftigen Entwicklung der EU kennt sie die Materie. Ausserdem bedauern über 80 Prozent der Letten, dass sie vor einem Jahr – verfassungsgemäs – das Amt als Staatscheffin niederlegte. Aber: In den Reihen der europäsichen Staats und Regierungschefs haben sich bisher nur wenige zu ihr bekannt – vielleicht auch wegen ihrer Nähe zum ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush.