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Zehntausende demonstrieren in Deutschland für bessere Studienbedingungen

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Zehntausende demonstrieren in Deutschland für bessere Studienbedingungen

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In Deutschland haben in zahlreichen Städten zehntausende Studenten für bessere Lernbedingungen in Universitäten und Schulen demonstriert. Allein in Berlin gingen nach Angaben des Netzwerks Bildungsstreik mehr als 12.000 Studenten auf die Straße. Sie fordern die Abschaffung der in einigen Bundesländern erhobenen Studiengebühren und Nachbesserungen an der sogenannten Bologna-Reform im Hinblick auf Bachelor und Master-Studiengänge. “Die Stundenpläne sind so eng gestrickt, weil so wenig angeboten ist, dass wir keine Wahlmöglichkeiten haben”, sagt ein Student. “Wir können nur das machen, was uns vorgesetzt wird und wir müssen das unter ziemlich hohem Druck machen und ohne freie Entfaltungsmöglichkeiten, und da muss was geändert werden.” Und eine andere Studentin: “Ich als Diploma hab jetzt nicht so ein grosses Problem, aber ich bin natürlich kooperativ und gehe trotzdem streiken für die Master und Bachelor-Studenten, die einfach Schwierigkeiten haben, ihr Studium zu absolvieren.. in der Zeit und mit dem wenigen Geld, das ist einfach eine Katastrophe.”

Auch in Wiesbaden, Köln, Freiburg und anderen Städten gingen Tausende auf die Straße. Sie argumentieren, dass an vielen Hochschulen die Lehrinhalte aus den früheren zehnsemestrigen Diplom-Studiengängen ohne Abstriche in die sechs- bis siebensemestrigen Bachelor-Studiengänge hinein gepresst worden seien. An zahlreichen Universitäten haben die Studenten seit Tagen Hörsäle besetzt. Bildungsministerin Annette Schavan räumte handwerkliche Fehler bei der Studienreform ein. Bund und Länder bemühten sich aber gemeinsam um Verbesserungen. Auch in anderen europäischen Ländern gab es Proteste.