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Brüder - zur Sonne, zur Geschwindigkeit


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Brüder - zur Sonne, zur Geschwindigkeit

Es gibt sie noch, die grossen Abenteuer. Zum Beispiel eine Weltumrundung ohne Sprit. Aber auch ohne Windkraft oder Muskeln – Sonne heisst die Lösung.

Im norddeutschen Kiel wird auf der Werft Knierim Yachtbau an einem gigantischen Solarboot gebastelt. Der Name: “PlanetSolar”. Ein Grossteil des geschätzt gut 13 Millionen Euro starken Budgets kommt von Schweizer Sponsoren. Die grösste Herausforderung auf See: Das Gewicht. Deshalb besteht das 30 mal 15 Meter grosse Schiff ausschliesslich aus Verbundwerkstoffen, vor allem aus Carbon-Fasern. Raphaël Domjan, Initiator von PlanetSolar, verfolgt den Bau des Bootes mit einem grünen Auge: “Die Frage ist – nützen oder schaden Verbundwerkstoffe letzten Endes ? Bei der Herstellung werden Schadstoffe freigesetzt, aber dann auf dem Boot sparen sie viel Energie. Das kann heute noch keiner beantworten.” Am Ende wird das Boot 50 Tonnen wiegen. Am Ruder steht neben dem Schweizer Raphaël Domjan der Seefahrt-Abenteurer Gerard d’Aboville aus Frankreich, berühmt für seine transatlantische Exkursion im Ruderboot. Das Leben an Bord ist völlig abhängig von der Sonne: Von der Dusche bis zum Navigationsgerät … alles wird mit Sonnenenergie betrieben. Gespeichert wird sie in 15 Tonnen schweren Batterien, die in den Schiffsrümpfen verstaut sind. Produziert wird die Energie in 1000 Solarpanelen an Deck des Katamarans auf der Fläche eines halben Fussballfeldes. Skipper Gerard d’Aboville: “Das wird eine außergewöhnliche Demonstration der Möglichkeiten der Sonnenenergie, und generell der erneuerbaren Energien. Wir umrunden zum erstenmal die Welt mithilfe von Solarzellen. Das Boot wiegt `zig Tonnen und kommt trotzdem nachhaltig vorwärts. Das zeigt, dass man Sonnenkraft als Energiequelle ernst nehmen muss.” Dafür nehmen sie bei der World Tour auch Umwege in Kauf, um genug Sonne bekommen. Ein ähnliches Problem wie bei einem anderen Sonnenabenteuer, dem Flugzeug “Solar Impulse” von Bertrand Piccard. Und wie sieht die Zukunft der Schiffahrt nun aus ?Die Spannung steigt bis zum Frühjahr – erst zum offiziellen Fototermin darf PlanetSolar raus an die Sonne.

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