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First Lady von Katar: Bildung für alle

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First Lady von Katar: Bildung für alle

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Sie gehört zum exklusiven Klub der königlichen Familien. Allerdings lebt sie nicht wie eine Prinzessin aus “1001 Nacht”. Vielmehr müht sie sich, ihrem märchenhaft reichen Land eine zukunftssicheren Platz in der modernen Welt zu schaffen. Die First Lady des Emirats Katar.

Wirtschaftlich hat dieser Aufbruch längst begonnen – die Arbeiter dafür kommen aus den Armutsregionen dieser Welt. 80 Prozent der Einwohner von Katar sind Ausländer. Die politisch aktive First Lady hatte zu einem Weltgipfel für Neuerungen in der Bildung gebeten. Und das einzige Interview bei dieser Gelegenheit gab sie euronews, euronews: Hoheit, Sie spielen nicht nur in der Gesellschaft Ihres Landes eine wichtige Rolle, Sie haben auch zahlreiche internationale Funktionen inne. Das Magazin “Forbes” nennt Sie “eine der mächtigsten Frauen der Welt”. Und dazu sind Sie Mutter von 7 Kindern. Woher kommt der Ansporn für Ihre Aktivitäten, besonders jene im Bildungswesen? Sheikha Mozah: Zuerst einmal ist es ein Privileg für mich, in dieser Position zu sein. Gleichzeitig siebenfache Mutter zu sein, das drängt mich direkt dazu, zu betonen, wie wichtig Bildung für die junge Generation heute und für kommende Generationen ist. In diese Position gekommen zu sein betrachte ich als Möglichkeit, die ich nutzen sollte, um das zu tun, wovon ich glaube, dass es besonders wichtig ich – mich für Bildung einsetzen. Ich glaube, dass Bildung der Schlüssel für viele Veränderungen ist, die wir in der Weltgemeinschaft erreichen wollen. Unser Projekt für eine Bildungsreform in Katar geht von dieser Philosophie aus. Wenn man Veränderungen durchsetzen will, Reformen auf politischer und sozialer Ebene, dann muss man von der Bildung als Kernstück ausgehen. euronews: Katar hat bereits enorme grundlegende Wandlungen vollzogen in den vergangenen 10, 15 Jahren, worüber Ausländer nur staunen können. Bildung erscheint als ein Teil dieses andauernden Prozesses. Welchen Herausforderungen auf dem Gebiet der Bildung sehen Sie sich in Katar heute gegenüber? Sheikha Mozah: Ich meine, dass sind die klassischen Herausforderungen, die zu jeder Bildungsreform gehören. Das Kernstück hier ist, wir müssen flexibel sein, fähig, uns anzupassen und auch willens, uns selber zu korrigieren, während wir unser Ziel ansteuern. Das Ziel bleibt, aber die Wege, die Methoden müssen flexibel und anpssungsfähig sein. Die können wir unterwegs ändern. euronews: Wie geht das? Wie kann Erneuerung im Bildungsbereich aussehen? Sheikha Mozah: Das ist der Punkt. Wenn von Innovation und Kreativität die Rede ist, denken wir immer an Technologie, Industrie, Geschäfte. Wir denken aber nie an Bildung. Ich halte die Zeit für reif, sie in unser Konzept für eine echte Perspektive aufzunehmen. Bildung ist das Herz von Innovation und Innovation ist gleichzeitig das Herzstück der Bildung. Sie können beides nicht voneinander trennen. Ohne Neuerungen wird es keine zukunftsfähige Bildung geben. Ohne Bildung, die wirklich die jungen Gehirne anregt, damit sie ihr ganzes reiches Potenzial entfalten können, wird es keine Erneuerungen geben. euronews: Sie plädieren für das Recht von Frauen auf Bildung, für die Schaffung wirtschaftlicher Voraussetzungen, für politische Bildung. Welchen Rat geben Sie Mädchen und jungen Frauen im Nahen Osten, die diese Ziele erreichen wollen? Sheikha Mozah: Lassen Sie mich zuerst sagen, ich fördere Bildung für alle. Für Männer, Frauen, für Jungen und Mädchen. Besonders in unserer Region hier ist die Zahl der Schulabbrecher unter den Jungen sehr hoch. Da ist etwas, das ganz klar sein muss: Ich rate jungen Menschen grundsätzlich, diese Gelegenheit zu nutzen, diese Möglichkeit, die meine Generation so noch nicht hatte. Dass wir es ihnen jetzt anbieten, rührt her von unseren eigenen schlechten und manchmanl auch guten Erfahrungen. Ich denke, das ist für sie die Chance, ihre eigenen Zukunft aufzubauen. Sie müssen aus unseren Fehlern lernen und selber sehen, was sie aus unseren Empfehlungen machen. Aber am Ende müssen sie ihren eigenen Überlegungen und Intuitionen folgen. euronews: Your Highness, thank you very much.