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Freisprüche im Prozess wegen Katastrophe von Toulouse

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Freisprüche im Prozess wegen Katastrophe von Toulouse

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Die verheerende Explosion in einer Chemiefabrik in Toulouse vor acht Jahren mit 31 Toten kann nicht dem Mutterkonzern TOTAL und dessen damaligem Chef zu Last gelegt werden: Dies entschied ein Gericht in der französischen Stadt und wies eine entsprechende Anklage zurück. Sie war nicht von der Staatsanwaltschaft erhoben worden, sondern von mehreren Nebenklägern. Im Hauptverfahren wurden die Tochtergesellschaft Grande Paroisse und der Fabrikdirektor freigesprochen – mangels ausreichender Beweise fahrlässigen Handelns. Am 21. September 2001 kam es in der Düngemittelfabrik AZF zu einer schweren Explosion. 300 Tonnen Ammionnitrat flogen in die Luft. Ermittlungen ergaben, dass ein Arbeiter irrtümlich eine Chlorsubstanz neben dem Ammoniumnitrat abgeladen hatte. So entwickelten sich in dem Lagerhaus explosive Gase. Das Unglück geschah zehn Tage nach den Terrorangriffen am 11.September, und so wurde zeitweise auch nach einem terroristischen Hintergrund gesucht. Die Explosion hatte enorme Auswirkungen im Stadtgebiet. Rund 20.000 Menschen erlitten Verletzungen, und etwa 71.000 Sachschäden wurden registriert. Als Mutterkonzern von Grande Paroisse hat TOTAL bereits Schadenersatz in Höhe von zwei Milliarden Euro geleistet.