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China überrascht über neues EU-Führungsduo

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China überrascht über neues EU-Führungsduo

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In China wurde die Personalentscheidung der EU begrüßt, traf aber auch auf Erstaunen. Der Ministerpräsident erklärte, dies sei eine wichtige Etappe für die EU.

Am 30. November steht der nächste EU-China-Gipfel an. Der letzte Gipfel war wegen Spannungen in der Tibet-Frage verschoben worden. Zu den ersten Reaktionen befragte euronews den Direktor des Zentrums für Europa-Studien an der Qinghua Universtität in Peking, Shi Zhiqin. Mark Davis, euronews: “Die Europäische Union hat nun als ihren ersten ständigen Präsidenten Herman Van Rompuy bestimmt, und erste Hohe Vertreterin für die Außenpolitik wird Baronin Catherine Ashton sein. Wie weit sind diese beiden in China bekannt?” Shi Zhiqin: “Wir sind schon ein bisschen überrascht, aber ich denke, es ist normal, denn Van Rompuy hat als Ministerpräsident in Belgien gute Arbeit geleistet. Und bei Ashton sind wir etwas überrascht, denn wir hatten nach all den Medienberichten erwartet, dass Massimo D’Alema Außenminister wird.” Mark Davis, euronews: “Die Verfechter der Lissabon-Vertrags in Europa sagen, dass diese beiden Ämter der Europäischen Union erlauben werden, mit einer einzigen, klareren Stimme zu sprechen. Wird China die EU nun deutlicher hören?” Shi Zhiqin lacht: “Das ist eine sehr interessante Frage: Seit langer Zeit wissen wir vom europäischen Integrationsprozess, es ist eine sehr enge Integration. Wir wollen Europa mit einer Stimme hören. Aber bei der Auswahl dieses Präsidenten denken wir, dass wir vielleicht weiter viele Stimmen und nicht nur eine hören werden.” Mark Davis, euronews: “Was wünscht sich China von der Europäischen Union in Zukunft?” Shi Zhiqin: “Wir müssen ein paar schwierige Themen in Angriff nehmen und lösen, die zwischen uns stehen. Zum Beispiel, dass die Europäer den Status quo des chinesischen Marktes akzeptieren, dass sie Embargos gegen China aufheben. Dann die Tibetfrage. All diese Themen können Hindernisse für unsere Kooperation sein.”