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Van Rompuy langfristig der Richtige?

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Van Rompuy langfristig der Richtige?

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Was bedeutet die Kür des neuen EU-Präsidenten und der EU-Außenministerin für die USA? Euronews befragte Kathleen McNamara, amerikanische Expertin für internationale Beziehungen.

Adriaan Lancashire, euronews: “Symbolik war immer ein wichtiger Bestandteil der sozialen Architektur: Als demokratisches Symbol gesehen – was bedeuten der EU-Präsident und der Außenminister für Sie in Washington?” McNamara: “Nun, ich denke, dass dies aus Washingtoner Sicht ein wichtiger Schritt nach vorn ist. Es muss dabei aber auch gesehen werden, dass die EU heute weder ein Nationalstaat ist, noch einfach eine internationale Organisation. Deshalb müssen wir aufpassen, nicht zu viel von diesem Schritt vorwärts zu erwarten.” Lancashire: “Warum sollte irgendjemand in Washington sich überhaupt um die Nominierung von Herman Van Rompuy und Catherine Ashton scheren?” McNamara: “Ich denke, die allgemeine Öffentlichkeit ist ein bisschen verwirrt von der EU. Die Kommentatoren und Medien in den USA sind oft frustriert, dass die EU nicht wie ein Nationalstaat handelt. Noch interessanter ist aber, dass die Obama-Regierung allmählich ein bisschen enthusiastischer darauf schaut, was der Lissabon-Vertrag für Europa bringen kann.” Lancashire: “Präsident Obama genießt international ein hohes Ansehen. Van Rompuys Maß an Charisma – wie wird das in den USA ankommen?” McNamara: “Nun ja, da waren einige Leute, die lieber eine sehr charismatische Persönlichkeit gesehen hätten – sagen wir Tony Blair. Die New York Times hat heute einen extrem kritischen Artikel veröffentlicht über diesen ganzen Prozess, und geschrieben, dass, wenn die Europäer tatsächlich ein stärkeres Profil haben wollten, dass sie dann mit der Auswahl des belgischen Ministerpräsidenten genau das Gegenteil getan haben. Ich halte dies aber für sehr kurzsichtig betrachtet. Ich denke, dass auf lange Sicht eine versöhnliche Person, die unter sehr unterschiedlichen Standpunkten Konsens schaffen kann, eine gute Wahl für die EU ist. Und ich denke, dass auf lange Sicht auch die Leute in der Obama-Regierung verstehen werden, dass es komplexe Themen sind, mit denen man in der EU konfrontiert ist. Die Macht der 27 Regierungen zu vereinen, auf einen zu konzentrieren, ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Und deshalb denke ich, dass neben diesen kritischen Kommentaren der berühmten Medien doch einige mit Wertschätzung die Fortschritte sehen, die die EU in diesen Bereichen zu machen scheint.”