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Zwanzig Jahre UN-Kinderrechtskonvention

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Zwanzig Jahre UN-Kinderrechtskonvention

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Am 20. November 1989 beschloss die UNO die Kinderrechts-Konvention – einen rechts- verbindlichen Text, um die Schwächsten zu schützen (vor Erniedrigung und Ausbeutung). Was ist aus den noblen Absichten geworden, zwanzig Jahre danach?

“Ein Kind bedarf wegen seiner mangelnden körperlichen und geistigen Reife besonderen Schutzes und besonderer Fürsorge, insbesondere eines angemessenen rechtlichen Schutzes vor und nach der Geburt”, ….mahnt die Präambel der Kinderrechts-Konvention. Weltweit haben sie mehr als 190 Länder ratifiziert. Bemerkenswerte Ausnahmen: Die Vereinigten Staaten und Somalia. In 54 Artikeln und zwei Zusatzprotokollen definiert das Übereinkommen Grundrechte für alle Kinder – Jungen und Mädchen – von 0 bis 18 Jahren, beginnend mit dem – Recht auf Leben, dann kommen -das Recht auf Entwicklung, soweit wie möglich -das Recht auf Schutz vor schädlichen Einflüssen, Missbrauch und Ausbeutung und schließlich – das Recht auf ungeschmälerte Teilhabe am Familienleben, am kulturellen und sozialen Umfeld. Fazit nach 20 Jahren: Am weitesten ist die Gesundheit gediehen. Im Jahr 2008 starben weltweit knapp 9 Millionen Kinder unter 5 Jahren. 1990 waren es noch rund 12,5 Millionen. Für die Unicef ein Erfolg mit bitterem Beigeschmack: Während Impfkampagnen viele Viruskrankheiten zurückdrängen konnten, tauchte ein neuer mächtiger Feind auf: Aids. Mit nach wie vor verheerenden Folgen. Mehr als 2 Millionen Kinder unter 15 Jahren leben zur Zeit mit einer HIV-Infektion. Die andere Plage: Unterernährung. 20 Millionen Kinder leiden darunter. Mindestens 158 Millionen Kinder zwischen 5 und 14 müssen arbeiten, weil ihr Überleben und das ihrer Familie davon abhängt. Im südlichen Afrika ist das an der Tagesordnung – hier arbeitet mindestens jedes dritte Kind. Ein anderes Kindheits-Drama heisst Krieg. Die Zahl der Kindersoldaten wird auf 300 000 geschätzt – sie müssen in vielen der derzeit 30 aktiven Konflikte auf der ganzen Welt mitmischen. Ishmael Beah aus Sierra Leone hatte noch Glück, die UNICEF half ihm beim Ausstieg. Heute ist er einer ihrer Botschafter. Ishmael Beah: “Die Menschen-Rechte sind nicht nur eine Frage von bedrucktem Papier. Es geht um Menschenleben. Wenn ein Kind nicht behütet aufwachsen kann, wenn es jung ist, wenn es besonders gefährdet ist, dann ist das weitere Leben zerstört. “ Zwangsheirat, Genitalverstümmelung bei Mädchen, nicht registrierte Geburten…. die Liste der Leiden, die man Kindern zufügt, ist immer noch lang. Sie belegt, dass die Kinderrechts-Konvention die in sie gesetzten Hoffnungen bisher nur zum Teil erfüllen konnte. Eine wichtige Chance heisst Bildung. So ist die Zahl der Kinder, die keine Schule besuchen, in 20 Jahren von 115 auf 95 Millionen zurückgegangen. Ein Lichtblick, der nicht vergessen werden sollte, betont die UNICEF. Wobei die Zahl der Schulabschlüsse nach wie vor zu wünschen übrig lasse.