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Großbritannien auf Wahrheitssuche im Irak-Krieg

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Großbritannien auf Wahrheitssuche im Irak-Krieg

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Die britische Untersuchung zum Irak-Krieg hat mit der Anhörung von Zeugen begonnen. Der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Sir John Chilcot betonte, bei der Untersuchung handele es sich nicht um ein Gerichtsverfahren: “Wir sind kein Gericht, kein Untersuchungsausschuss, keine Ermittlungsbehörde und unser Vorgehen wird das zeigen. Niemand ist hier angeklagt. Wir befinden nicht über Schuld oder Unschuld, das können nur Gerichte. Aber ich verspreche, dass wir uns nicht scheuen werden, in unserem Abschlußbericht Kritik zu äußern, sei es an Institutionen, an Prozessen oder an Personen, wenn das wirklich gerechtfertigt ist”, sicherte Sir John zu.

Eine der Fragen, denen der Ausschuß nachgehen wird, ist, wann hat Großbritannien mit den Vorbereitungen für die Invasion im Irak begonnen. Offiziell war das erst 2003, Kritiker behaupten dagegen, dass der Krieg bereits im Jahr davor geplant wurde. Ebenfalls sollen die zahlreichen Pannen und Ausrüstungsmängel untersucht werden, die den britischen Truppen zu schaffen machten. Auch der ehemalige Premierminister Tony Blair wird vor dem Ausschuss aussagen. Blair wird vorgeworfen, die Öffentlichkeit bewußt getäuscht zu haben, um den großen Widerstand in der Bevölkerung gegen eine Invasion zu brechen. Sein Auftritt dürfte aber erst nach der Unterhauswahl im kommenden Jahr erfolgen. In den gut sechs Jahren des Irak-Einsatzes wurden 179 britische Soldaten getötet. Ihre Hinterbliebenen erhoffen sich ein ehrliches Wort, etwas, was nach Ansicht von Kritikern bei den vergangenen zwei Untersuchungen zum Irak-Krieg nicht der Fall gewesen ist.