Eilmeldung

Eilmeldung

Hat Blair gelogen?

Sie lesen gerade:

Hat Blair gelogen?

Schriftgrösse Aa Aa

Eine der Fragen, denen der Ausschuß nachgehen wird, ist, wann hat Großbritannien mit den Vorbereitungen für die Invasion im Irak begonnen. Kritiker behaupten, das sei weit früher als offiziell eingestanden der Fall gewesen. Tony Blair habe das Parlament belogen und die Öffentlichkeit getäuscht: “Die Geheimdienste kommen zu dem Schluß, dass der Irak chemische und biologische Waffen besitzt und weiter herstellt und dass er deren Einsatz plant. Innerhalb von 45 Minuten können diese Waffen eingesetzt werden, zum Beispiel gegen Schiiten”, sagte Blair am 24. August 2002 vor dem Unterhaus.

Der Ausschuss soll auch Lehren aus dem Irak-Krieg ziehen. Der Truppeneinsatz war von zahlreichen Pannen gekennzeichnet. So waren die Invasionstruppen nur unzureichend bewaffnet, Munition fehlte, Schutzanzüge gegen ABC-Waffen waren nur für einen kleinen Teil der Truppe vorhanden, obwohl doch gerade die – nicht vorhandenen – irakischen Massenvernichtungswaffen offiziell für den Krieg herhalten mussten. Auch Blair wird vor dem Ausschuss aussagen. Ihm wird vorgeworfen, die Öffentlichkeit bewußt getäuscht zu haben, um den großen Widerstand in der Bevölkerung gegen eine Invasion zu brechen. Seit Jahren fordern Opposition und Menschenrechtsgruppen eine unabhängige Untersuchung. Allerdings ist Sir John ein pensionierter Ministerialbeamter. Schon in einer früheren Irak-Komission wirkte er mit und fiel nicht durch besondere Kritik an der Regierung auf. In den gut sechs Jahren des Irak-Einsatzes wurden 179 britische Soldaten getötet. Ihre Hinterbliebenen erhoffen sich ein ehrliches Wort, etwas, was nach Ansicht von Kritikern bei den vergangenen Untersuchungen zum Irak-Krieg nicht unbedingt der Fall gewesen ist.