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Belgiens Neuer ist der Alte

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Belgiens Neuer ist der Alte

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Yves Leterme soll wieder belgischer Ministerpräsident werden. Die Koalitionsparteien, Christdemokraten und Liberale aus Flandern sowie der französischsprachigen Wallonie, haben sich auf den 49-Jährigen verständigt.

Denn der amtierende Ministerpräsident Herman van Rompuy ist von den 27 europäischen Staats- und Regierungschefs zum neuen EU-Ratspräsidenten gekürt worden. Herman von Romuy sagte über seinen Nachfolger: “Es ist seine zweite Chance. Er kann nun beweisen, dass er doch ein guter Premier ist.” Vor einem Jahr waren hunderttausende Belgier auf die Straßen gegangen, um für die Einheit Belgiens zu demonstrieren. Leterme hatte durch seine harte Haltung im Sprachenstreit die Spaltung des Landes provoziert. Der ehemalige Ministerpräsident Wilfried Martens sagte: “Es war ein furchtbares ökonomisches Jahr. Das Gewissen um die wichtigen und dringenden Dinge ist tot. Wir brauchen eine gemeinsame Polítk, einen vernünftigen Kompromiss, damit sich ein neuer Geist entwickelt.” Der neue Geist in Belgien ist der Alte. Denn Leterme war auch zurückgetreten, weil ihm Einflußnahme auf die Justiz im Zusammenhang mit der Fortis-Bank vorgeworfen war. Doch König Albert II bleibt nun nichts anderes übrig, als den flämischen Christdemokraten Leterme heute abermals als Ministerpräsident zu vereidigen.