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China: Erst Wachstum - dann Umwelt

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China: Erst Wachstum - dann Umwelt

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China will die Industrienationen in die Pflicht nehmen. Der Vorwurf lautet: Die westlichen Industrieländer hätten schon seit 1750 die Luft verpestet, sie seien für 80 Prozent der seither angesammelten Treibhausgase verantwortlich.
Sie sollten nun ihr selbst geschaffenes Problem auch selber lösen.  Wenn das nur so einfach wäre!

Wofür die Länder Westeuropas 250 Jahre brauchten, das erledigt China mit seiner rasanten Entwicklung in wenigen Jahrzehnten. Samt der Folgen für die Umwelt.

Das beeindruckende Wirtschaftswachstum im “Reich der Mitte” ist mit einem ungeheuren Energiehunger verbunden. Und der wird ohne Rücksicht auf Verluste gestillt. 
 
Während das Wirtschaftswachstum von 2001 bis 2008 im Vergleich zu den vier Jahren davor eher moderat stieg, von 8,6% durchschnittlich pro Jahr auf 10,2 %, schnellten Energieverbrauch und CO2-Ausstoß in Rekordhöhen. 
 
Der Energieverbrauch stieg von jährlich im Durchschnitt 1,1 % 1996 bis 2000 auf 9,4 % seit 2001 und die CO2-Emissionen von 2,5 % auf 12,2 %. Diese Zahlen stammen von der japanischen Wasada-Universität.
 
Das hat mit den Begleiterscheinungen des Wandels vom reinen Agrarland zur Billig-Werkstatt für alle Welt zu tun. Wer z.B. solche Hochhäuser baut, muss wissen, dass mit jedem Stockwerk mehr der Energieaufwand zum Betreiben des Gebäudes steigt. Vor allem die neuen Glitzerstädte mit ihrem enorm gestiegenen privaten Autoverkehr haben den Energieverbrauch so schnell in die Höhe getrieben.
 
Vor den Vereinten Nationen bekräftigte Chinas Präsident Hu Jintao den Anspruch seines Landes auf weitere Verbesserung des Lebensniveaus.
China sei deshalb nur zu Reduzierungsmaßnahmen bereit, die sich am Verschmutzungsniveau von 2005 orientieren. Sein Argument: Schadstoff-Reduzierungen seien erst in der “post-industriellen Phase” möglich. Also müsse China erst das westliche Wirtschaftsniveau erreichen, gern auch mit westlicher Hilfe, ehe es sich an Maßnahmen zum Schutze des Planeten in gleicher Weise beteiligen könne. Bis dahin sollen die Schlote weiter rauchen. Die chinesische Sicht betont eine “zwar gemeinsame Verantwortung – aber in unterschiedlichen Dimensionen”. So richtig Klimaschutz betreiben wollen die Chinesen erst nach 2020.