Eilmeldung

Eilmeldung

Grobritannien und Frankreich wollen härter gegen Gewalt an Frauen vorgehen

Sie lesen gerade:

Grobritannien und Frankreich wollen härter gegen Gewalt an Frauen vorgehen

Schriftgrösse Aa Aa

Anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen hat die britische Regierung eine neue Strategie angekündigt. Einer aktuellen Studie des Innenministeriums zufolge werden in Großbritannien in einem Jahr mehr als 100 Menschen von einem ehemaligen oder jetzigen Partner getötet, mehr als 70 von ihnen sind Frauen.

Innenminister Alan Johnson sagte, wenn es zu häuslicher Gewalt komme, bleibe der Täter häufig im Haus und das Opfer ziehe aus. Das wolle man ändern. Das Problem gehe aber tiefer, man müsse auch die Einstellung gegenüber Gewalt gegen Frauen und Mädchen verändern. Frankreich will mit einer drastischen Verschärfung der Strafen und “elektronischen Fesseln” für Wiederholungstäter die häusliche Gewalt eindämmen. Künftig soll auch “psychische Gewalt” in der Ehe mit Haft bestraft werden können.

Familienministerin Nadine Morano sagte, Gewalt gegen Frauen verursache jährlich Kosten in Höhe von einer Milliarde Euro, die sich aus Notunterkünften und sozialen sowie medizinischen Einrichtungen zusammensetzten. Mit Vorbeugungsmaßnahmen werde man die finanziellen aber auch die menschlichen Kosten verringern. Zur Überwachung von Straftätern will Frankreich außerdem nach spanischem Vorbild 2010 den Einsatz “elektronischer Fesseln” prüfen.

Das sind Arm- oder Fußbänder mit einem Sender, der jederzeit den Aufenthaltsort meldet. Wenn Täter und Opfer beide solche Armbänder tragen, lässt sich kontrollieren, ob der Täter ein Verbot einhält, sich dem Opfer zu nähern. Spanien will die häusliche Gewalt zu einem Hauptthema während seiner im Januar beginnenden EU-Ratspräsidentschaft machen.