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Irakkrieg wird untersucht

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Irakkrieg wird untersucht

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Mehr als sechseinhalb Jahre nach dem Einmarsch in den Irak will ein Untersuchungsausschuss in London die Hintergründe des britischen Einsatzes aufdecken.

Unter dem Protest von Regierungskritikern, die dem Ausschuss mangelnde Unabhängigkeit vorwerfen, wurde die öffentliche Untersuchung eröffnet: “ Der Irak-Untersuchungsausschuss wurde eingerichtet, um Lehren aus dem britischen Engagement im Irak zu ziehen, um künftige Regierungen, die mit ähnlichen Situationen konfrontiert sein könnten, zu helfen.” Der Vorsitzende des Ausschusses, John Chilcot, erklärte zum Auftakt, ein Ergebnis solle bis Ende nächsten Jahres vorliegen. Das wäre erst nach den kommenden Parlamentswahlen, die bis spätestens Frühjahr 2010 stattfinden müssen. Chilcot verteidigte das parteiübergreifende Gremium darüberhinaus als unabhängig und unpolitisch. “Ich denke, dass diese Untersuchung die die Regierung Blair betrifft, auch die Verantwortung der USA klären sollte. So also auch, inwieweit Herr Bush oder Herr Obama zur Verantwortung für einige schwerwiegende Fehler herangezogen werden sollten, die im Irak zu großen zivilen Opfern führten.”- so ein politischer Beobachter. Anfang kommenden Jahres soll auch der damalige Premierminister Tony Blair angehört werden. Er hatte die Briten 2003 an der Seite der USA in den Krieg geführt – gegen den Willen der Mehrheit der Briten und ohne UN-Mandat. Die britische Regierung hat sich außerdem davon distanziert, bereits Anfang 2001 den Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein beabsichtigt zu haben. Blair hatte angegeben, der Irak habe Massenvernichtungswaffen. Diese Vorwürfe stellten sich jedoch später als falsch heraus.