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Irland: Neue Vorwürfe gegen katholische Kirche

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Irland: Neue Vorwürfe gegen katholische Kirche

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Erneut muss die katholische Kirche in Irland mit schweren Vorwürfen fertigwerden – in der Kritik stehen aber auch staatliche Behörden und sogar die Polizei.

Ein neuer Bericht hat Vorwürfe der letzten Jahrzehnte aus dem Erzbistum Dublin untersucht: Dabei ging es stichprobenartig um mehr als dreihundert Fälle von Kindesmissbrauch durch fast fünfzig Priester – vor allem aber um die Vertuschung dieser Vorwürfe. Von grausamer Ironie spricht Justizminister Dermot Ahern: Die Kirche habe Skandale vermeiden wollen und dabei doch selber einen Skandal von erstaunlichem Ausmaß geschaffen. Irland sei eine Republik, betont Ahern, die Herrschaft gehe vom Volke aus. Keine Einrichtung, keine Behörde, keine Kirche könne sich darüber hinwegsetzen. Der Kindesmissbrauch durch Geistliche war weit verbreitet, stellt der Bericht fest. Dem Erzbistum sei es bei der Vertuschung vor allem um den Ruf der Kirche und die Wahrung kirchlicher Besitztümer gegangen. Das Wohl der Kinder sei demgegenüber nachrangig gewesen oder habe zu Beginn des Untersuchungszeitraums gar keine Rolle gespielt, auch nicht für staatliche Stellen. Oft seien Täter einfach nur versetzt worden und hätten sich dann am neuen Ort wieder gegen Kinder vergangen. In Bezug auf die Polizei komme hinzu, dass sie die Kirche mitunter als Raum außerhalb des Gesetzes betrachtet habe. So habe die Polizei sogar einen Bischof über einen Missbrauchsvorwurf unterrichtet, anstatt gegen den Beschuldigten zu ermitteln. Erst vor einem halben Jahr erschütterte ein Bericht Irland, der sich um die Lage in katholischen Schulen und Kinderheimen kümmerte. Das Ergebnis: Über Jahrzehnte wurden Kinder dort geschlagen, gedemütigt und missbraucht.