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Jung tritt nicht zurück

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Der wegen eines Luftschlags gegen zwei Tanklaster in Afghanistan unter Druck geratene frühere Verteidigungs- und jetzige deutsche Arbeitsminister Franz Josef Jung tritt nicht zurück. Das sagte er im deutschen Bundestag in Berlin. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, werde allerdings auf eigenen Wunsch ausscheiden, teilte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mit. Außerdem werde Staatssekretär Peter Wichert gehen. Die oppositionellen Sozialdemokraten forderten einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Jung hatte noch am Nachmittag geäußert, er wolle h zunächst selbst Einblick in die jetzt bekannt gewordenen Berichte nehmen: “Ich möchte die Chance haben, diese Unterlagen zu überprüfen, auch den Sachverhalt zu überprüfen, um dann korrekt Ihnen gegenüber dem Parlament Stellung nehmen zu können – und zwar im Laufe des Tages”, so Jung. Der oppositionelle Christian Ströbele von den Grünen forderte Jungs Rücktritt: “Aber damit kann es nicht genug sein. Konsequenzen in zweiter oder dritter Reihe reichen nicht aus. Dieser Minister Jung ist untragbar.” Jung war unter Druck geraten, weil im Zusammenhang mit dem Luftangriff vom September, bei dem auch zahlreiche Zivilisten getötet wurden, Kommunikationspannen innerhalb der Bundeswehr bekanntgeworden waren.