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Kritik am Siedlungsstopp

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Kritik am Siedlungsstopp

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Das Angebot des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, den Siedlungsbau im Westjordanland für zehn Monate zu stoppen, ist von jüdischen Siedlern und Palästinensern ablehnend aufgenommen worden. Nethanjahu hatte einen befristeten Baustopp vorgeschlagen, von dem allerdings öffentliche Gebäude wie Schulen, sowie 3000 Wohneinheiten ausgenommen sein sollen.

Die jüdischen Siedler sind prinzipiell gegen einen Baustopp: “Das Problem ist der Terrorismus, nicht der Siedlungsbau. Die Araber haben unsere Anwesenheit hier niemals akzeptiert”, erklärte Edward Levin, ein Siedler aus Erfat. “Ich verstehe nicht, warum Netanjahu weiter Land wegggibt und was wir Juden als Gegenleistung bekommen”, meint Bella Zinger, die ebenfalls in Erfat zu Hause ist. Geht Netanjahu für die jüdischen Siedler zu weit, geht er für die Palästinenser nicht weit genug. “Wenn der Siedlungsstopp nicht vollständig ist, dann sind es wieder nur leere Worte”, findet Omar Beni-Naim aus Hebron. “Damit sollen die Araber an der Nase herumgeführt und ruhiggestellt werden. Während sie vom Baustopp reden, verändern sie das Gesicht von Jerusalem und von Hebron”, klagt Jassir Schweiki aus Hebron. Auch Ostjerusalem soll von dem Siedlungsstopp nicht betroffen werden. Israel hat den Ostteil Jerusalems völkerrechtswidrig annektiert, die Palästinenser hoffen darauf, Ostjerusalem zur Haupttstadt machen zu können.