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Rücktritt nach Afghanistan-Luftangriff

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Rücktritt nach Afghanistan-Luftangriff

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Franz Josef Jung tritt aus der deutschen Bundesregierung zurück. Jung ist seit der Bundestagswahl vor kurzem Arbeitsminister, leitete davor aber das Verteidigungsressort.

In dieser Funktion war er verantwortlich für den umstrittenen Luftangriff Anfang September in Afghanistan, den die Bundeswehr bei den amerikanischen Verbündeten angefordert hatte. “Ich übernehme damit die politische Verantwortung”, sagt Jung vor der Presse, “für die interne Informationspolitik des Bundesverteidigungsministeriums gegenüber dem Minister bezüglich der Ereignisse vom 4. September in Kundus.” Trotz gegenteiliger Berichte leugnete das Verteidigungsministerium damals lange, dass bei diesem Angriff auch Zivilisten getötet wurden. Die Bombardierung richtete sich gegen Aufständische der Taliban, die zwei Tanklastwagen gestohlen hatten. Der befehlshabende deutsche Offizier befürchtete, diese Tankwagen könnten für Anschläge benutzt werden. Inzwischen wurde aber bekannt, dass die Bundeswehr schon unmittelbar nach dem Angriff von zivilen Opfern wusste. Der Öffentlichkeit wurden diese Informationen aber verschwiegen. Gestern wurde deshalb schon der Generalinspekteur der Bundeswehr – also der höchste deutsche General – entlassen, ebenso wie der zuständige Staatssekretär im Verteidigungsministerium.