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Spaniens Regierung will Abtreibunsrecht lockern

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Spaniens Regierung will Abtreibunsrecht lockern

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Das strenge spanische Abtreibungsrecht wird gelockert. Ein Gesetzesvorhaben der sozialistischen Regierung nahm im Parlament eine erste Hürde.

Der Entwurf sieht vor, eine Fristenregelung bis zur 14. Schwangerschaftswoche einzuführen. Besonders umstritten ist, ob Mädchen zwischen 16 und 18 Jahren ohne Zustimmung der Eltern abtreiben dürfen. Hier will die Regierung der konservativen Opposition entgegen kommen. Diese hatte insgesamt sechs Änderungsanträge gegen das Gesetz vorgelegt. Sie wurden zurückgewiesen – mit knapper Mehrheit. Bislang muss für eine Abtreibung eine drohende Gefahr für die seelische oder körperliche Gesundheit nachgewiesen werden, dies sei demütigend für Frauen, so die Gleichstellungsministerin, deshalb müsse das Gesetz geändert werden. Weitere Ausnahmegründe sind Vergewaltigung oder Missbildung des Fötus. Die konservative Volkspartei ist gegen eine Lockerung. Eine Parteisprecherin sagte, freie Abtreibung sei ein System, das direkt für die ausgelöschten Regime in Osteuropa stehe. Die Lockerung ist in Spanien sehr umstritten. Die katholische Kirche ist stark in der Gesellschaft verwurzelt. Mehrmals hatten hunderttausende Spanier gegen die Reform demonstriert. Trotz des geltenden Verbots trieben – gedeckt durch den geltenden Ermessensspielraum für Ausnahmen – im vergangenen Jahr in Spanien gut 115.000 Frauen ab. Jede elfte von ihnen war unter 18 Jahren alt.