Eilmeldung

Eilmeldung

Vor Präsidentenwahl: Honduras gespalten

Sie lesen gerade:

Vor Präsidentenwahl: Honduras gespalten

Schriftgrösse Aa Aa

Honduras wählt an diesem Sonntag einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament – fast ein halbes Jahr nachdem bei einem Staatsstreich Präsident Manuel Zelaya abgesetzt wurde. Die Wahl soll die politische Krise beenden, doch die Bevölkerung ist tief gespalten. An der Universität in der Hauptstadt Tegucigalpa haben sich Anhänger Zelayas verbarrkiadiert.

Weder Zelaya noch sein Widersacher, der für die Wahl zurückgetretene Interims-Präsident Roberto Mitcheletti treten an. Beste Chancen werden Porfirio Lobo eingeräumt, Zelayas Widersacher von 2005. Er gehört der konservativen Nationalen Partei an und will die Todesstrafe wieder einführen, um Gang-Kriminalität zu bekämpfen. Für die Liberalen – Partei sowohl Zelayas als auch Mitchelettis – geht Elvin Santos ins Rennen. Er war einst Vizepräsident, kritisierte dann aber den Ex-Präsidenten, als dieser eine Verfassungsreform auf den Weg bringen wollte und die historische Allianz mit den USA vernachlässigte. Seit seiner Rückkehr aus dem erzwungenen Exil lebt Zelaya in der brasilianischen Botschaft. Er rief die vierienhalb Millionen Wahlberechtigten zum Boykott auf. Doch nicht nur Honduras ist gespalten, auch seine Partner: Brasilien will die Wahl nicht anerkennen. Die USA hoffen hingegen, dass sie einen Schlussstrich unter die innenpolitische Krise zieht.