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Russland fürchtet Rückkehr des Terrors

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Russland fürchtet Rückkehr des Terrors

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Nach dem blutigen Anschlag auf einen russischen Schnellzug fragt sich das Land: wer steckt dahinter?

Den ganzen Tag über waren die Bergungsarbeiten fortgesetzt worden, dabei wurde ein eineinhalb Meter tiefer Krater unter den Gleisen gefunden, sowie Splitter, die wohl von der Bombe stammen. Schließlich hieß es auch von offizieller Stelle, dass es einen terroristischen Hintergrund gebe. Der selbst gebaute Sprengkörper habe eine Wucht von sieben Kilogramm TNT gehabt. Präsident Dmitri Medwedew gedachte inmitten seines Krisenstabs der Opfer mit einer Schweigeminute. Und er forderte die Ermittler auf, die Tat rasch aufzuklären. Der Chef des Inlandsgeheimdienstes, Alexander Bortnikov sagte, seine Behörde verfolge verschiedene Szenarios. Sowohl hinsichtlich des Anschlags, als auch mit Blick auf die Herkunft des Sprengstoffs werde ermittelt. Im Internet sei ein Bekennerschreiben einer der immer agressiveren rechtsradikalen Bewegungen in Russland aufgetaucht hieß es eine Weile – doch stellte sich das als Fehlinformation heraus. Der Militärexperte Pavel Felgenhauer sieht keine organisierte Gruppe am Werk, es gebe mehr oder weniger unabhängige Netzwerke: einerseits radikale russische Nationalisten, andererseits Islamisten, doch gäbe es “keinen klaren Kopf, den man abhacken oder mit dem man sprechen” könne. Bei dem Anschlag am Freitagabend waren mindestens 26 Menschen getötet und etwa 100 Passagiere verletzt worden. Die Regierung erhöht die Kontrollen – will aber gleichzeitig eine neue Terrorpanik verhindern.