Eilmeldung

Eilmeldung

Parlamentschef Larijani setzt weißen Hut auf

Sie lesen gerade:

Parlamentschef Larijani setzt weißen Hut auf

Schriftgrösse Aa Aa

Irans Parlamentspräsident Ali Larijani gießt im Atomstreit Öl auf die Wogen. Er sehe nach wie vor Möglichkeiten, den Konflikt auf diplomatischem Weg zu lösen, sagte Larijani. Der Iran wolle die Arbeit an seinem Atomprogramm unter der Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) fortsetzen, um dessen “friedlichen” Charakter klarzustellen.

Nach einer Rüge durch die IAEA hatte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad angekündigt, zehn neue Anlagen zur Urananreicherung zu bauen. Und staatliche iranische Medien berichteten von Regierungsplänen, das Uran im Land selbst auf bis zu 20 Prozent anzureichern. Zudem forderte das Parlament in Teheran die Regierung auf, die Zusammenarbeit mit der IAEA einzuschränken. Der Iran versucht seit fünfzig Jahren, Kernenergie zu nutzen. Bislang betreibt er eine Anreicherungsanlage, eine zweite, lange Zeit geheime, wird gebaut. Der Verdacht, auch von Seiten der IAEA: Neben der Energiegewinnung strebe das Land den Bau von Atomwaffen an. Der Iran bestreitet das vehement. Die Kontroverse mit der IAEA schwelt seit etwa sieben Jahren. Bei den Genfer Gesprächen mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland hatte sich der iranische Unterhändler im Oktober „im Prinzip“ einverstanden erklärt, die kontroverse Urananreicherung nach Rußland zu verlagern. Zum Ende der Amtszeit von Mohammed El-Baradei scheint das Iran-Dossier nun nach wie vor festgefahren. Der Ägypter beendet nach 12 Jahren seine Arbeit an der Spitze der Internationalen Atomenergiebehörde.