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Ibero-Amerika-Gipfel und der Streit um Honduras

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Ibero-Amerika-Gipfel und der Streit um Honduras

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Honduras war auch vertreten auf dem 19. Ibero-Amerika-Gipfel im portugisischen Estoril – und zwar durch Außenministerin Patricia Rodas, die immer noch dem durch Putsch gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya die Treue hält.

Der Streit um den Putsch vom 28. Juni und die eben abgehaltenen Neuwahlen in dem kleinen mittelamerikanischen Land spaltete sichtbar das Auditorium. Brasilien und Argentinien gehören zur Mehrheit, die die Wahl vom Wochenende nicht anerkennt. Der heimlich ins Land zurückgekehrte Zelaya sitzt wie ein Gefangener in der basilianischen Botschaft in Tegucigalpa. Panamá, Costa Rica und Peru hingegen sehen das anders. Auch Spanien will die Wahl nicht anerkennen, vertritt die Idee einer “nationalen Einigung” in Honduras, die aber ohne Reformen nicht zu haben sein wird. Zu tief sind die Gräben zwischen den wenigen reichen Familienclans und der bitterarmen Bevölkerungsmehrheit. In wenigen Wochen wird Spanien die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen. Außenminister Miguel Ángel Moratinos sprach deshalb schon einmal von “europäischen Koordinierungs-Mechanismen”, wozu die gegenwärtige schwedische Ratspräsidentschaft schon einzelne Länder kontaktiert habe, um eine gemeinsame Position der EU zur Krise in Honduras zu erreichen. Sehr diplomatisch seine Formulierung zur umstrittenen Wahl, die man “nicht anerkennen – aber auch nicht ignorieren könne”. euronews-Reportein María Piñeiro konstatiert: “Die ibero-amerikaischen Länder suchen nach einer gemeinsamen Position. Wenn ihnen das gelingen sollte, würde sie zum erstanmal in der 29jährigen Geschichte dieses Gremiums ein Bild der Einheit bieten.”