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Klima-Appelle: China kontert mit "grünen" Produkten

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Klima-Appelle: China kontert mit "grünen" Produkten

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Eine Woche vor dem Klimagipfel in Kopenhagen drängt die EU unter anderem China zu mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz.

Beim EU-China-Gipfel in der ostchinesischen Metropole Nanjing sagte der amtierende EU-Ratspräsident, Schwedens Regierungschef Fredrik Reinfeldt: Neben den USA habe China große Verantwortung – als größter Emittent von Treibhausgasen weltweit. Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao reagierte zurückhaltend: Beim Klimaschutz müsse der Grundsatz der “gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortung” gelten. China sei schließlich noch immer Entwicklungsland. Zuvor hatte ihm EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso ins Gewissen geredet: Ohne China sei das Problem Klimawandel für die Menschheit nicht lösbar. In der vergangenen Woche hatte die Volksrepublik angekündigt, den CO2-Ausstoß im Verhältnis zur Industrieproduktion reduzieren zu wollen. Bis 2020 sollen durch eine Steigerung der Energieeffizienz pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts 40 bis 45 Prozent weniger CO2 freizusetzen als 2005. Bisher deckt China, nach den USA der zweitgrößte Energieverbraucher der Welt, mehr als zwei Drittel seines Bedarfs mit Kohle. Aber der Wettbewerb um grüne Industrien ist bereits ausgerufen. Im kommenden Jahrzehnt soll der Anteil grüner Energie auf acht Prozent steigen. Unterdessen strampelt Kopenhagen, um aus dem Klimagipfel doch noch einen Erfolg zu machen – im wahrsten Sinn des Wortes: Die Lichter an diesem Tannenbaum werden garantiert CO2-frei mit reiner Muskelkraft betrieben.