Eilmeldung

Eilmeldung

Lobo gewinnt umstrittene Wahl in Honduras

Sie lesen gerade:

Lobo gewinnt umstrittene Wahl in Honduras

Schriftgrösse Aa Aa

Fünf Monate nach dem Staatsstreich in Honduras hat der konservative Oppositionskandidat Porfirio “Pepe” Lobo die umstrittene Präsidentschaftswahl in dem zentralamerikanischen Land gewonnen. Nach ersten offiziellen Ergebnissen, die nach der Auszählung von mehr als 60 Prozent der Stimmzettel in Tegucigalpa veröffentlicht wurden, kam der Kandidat der rechtsgerichteten Nationalpartei auf fast 56 Prozent der Stimmen. Lobo erklärte sich zum Sieger der Wahl.

Auch Lobos Gegenkandidat Elvin Santos erkannte dessen Sieg an. Santos steht für den rechten Flügel der liberal-konservativen Liberalen Partei (PL). Er kommt nach bisheriger Auszählung auf rund 34 Prozent der Stimmen. Drei weitere Kandidaten waren chancenlos. Die Wahl sorgt international für Turbulenzen: Die USA wollen das Ergebnis akzeptieren, Brasilien nicht. Brasiliens Präsident Luis Inacio Lula da Silva: “Ich persönlich finde, Brasilien sollte dabei bleiben. Einen Staatsstreich kann man nicht akzeptieren, ob er nun von Militärs gemacht wird oder in ziviler Verkleidung.” Im Juni 2009 war der zunehmend linksgerictete Präsident Manuel Zelaya Rosales vom Militär gestürzt worden. Das Parlament ernannte Roberto Micheletti zum Interimspräsidenten. Die beiden standen selbst nicht zur Wahl, Wahlverlierer Santos gehört ihrer Partei an. Lobo kündigte an, er wolle eine Regierung der nationalen Einheit bilden, um die durch einen Staatsstreich entstandene Krise in dem mittelamerikanischen Land zu überwinden. Er war bereits vor vier Jahren gegen den im Juni gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya angetreten. Rund 4,6 Millionen Bürger waren wahlberechtigt. Im ganzen Land kam es zu Zusammenstössen zwischen rund 30.000 Soldaten und Polizisten und Anhängern Zelayas.