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Nach Minarett-Votum: Frankreich diskutiert über Imame

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Nach Minarett-Votum: Frankreich diskutiert über Imame

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Bei der politischen Rechten in vielen Ländern Europas stieß das “Nein” der Schweizer zum weiteren Minarettbau auf Zustimmung, etwa in Italien oder den Niederlanden. In Frankreich versuchten führende Vertreter des Islam, die Diskussion zu versachlichen. Hier werden geschätzt acht Prozent der Bevölkerung zum moslemischen Kulturkreis gezählt. Das ist der höchste Bevölkerungsanteil in Europa.

Dalil Boubakeur, Rektor der Großen Moschee von Paris: “In einem Minarett sehen wir erst mal nichts Anderes als ein Symbol für einen Ort der Gebete. Und um Gebäude oder Architektur geht es doch gar nicht. Was passiert in diesen Moscheen, das ist die Frage. Wer geht da regelmäßig rein, was wird den Leuten da erzählt, und von welchen Geistlichen. Das Hauptproblem – und das haben wir immer gesagt, ist die Ausbildung der Imame. Imame, die den wahren Geist des Islam repräsentieren und die dabei nicht ihre vom Gesetz vorgegebene Rolle verlassen, ich meine das Gesetz des jeweiligen Landes.” In Frankreich gibt es für bis zu 6 Millionen Moslems gut 2 000 Gebetsstätten – mit weniger als zehn Minaretten. Frankreich ist ein laizistischer Staat – allerdings mit Nuancen. So hat die Große Moschee von Paris ein Minarett von 30 Metern. Der Neubau von Marseille bekommt auch eines. Der fast fertigen Moschee in Straßburg wurde der symbolische Turm bisher verweigert – vom konservativen Ex-Bürgermeister. Der Neue, Sozialist, sagte beim Richtfest sinngemäß: Schaun wir mal.