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Bhopal: 25 Jahre nach der Katastrophe

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Bhopal: 25 Jahre nach der Katastrophe

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Nur noch Ruinen erinnern an die Katastrophe: Hier, im indischen Bhopal, produzierte bis vor 25 Jahren noch eine Chemiefabrik. Dann aber entwich ein hochgiftiges Gas und legte sich über die Millionenstadt – Bhopal wurde zum Begriff für einen der schlimmsten Chemieunfälle.

Tausende Menschen starben, weitaus mehr trugen Schäden davon. Die Überlebenden fühlen sich vergessen: “Unsere Lage hat sich seit damals kein bisschen geändert”, sagt eine von ihnen. “Das Gas hat meine Eltern getötet und mich zur Waise gemacht. An jenem Tag habe ich alles verloren. Und noch heute leide ich an Asthma und an Lungenschäden.” Wieviele genau starben, bleibt unbekannt. Menschenrechtler sprechen von dreißigtausend Opfern; mindestens hunderttausend Menschen wurden chronisch krank. Umweltschützern zufolge verseuchen Chemikalien auf dem Firmengelände immer noch Boden und Grundwasser; die Behörden bestreiten das. Der amerikanische Konzern Union Carbide, der die Fabrik betrieb, einigte sich 1989 mit der indischen Regierung auf eine Entschädigung in Höhe von 470 Millionen Dollar. Bei vielen Betroffenen kam aber nichts an; und wenn, dann belief sich die Summe für jeden von ihnen auf umgerechnet einige hundert Euro. Ob überhaupt der ganze Betrag ausbezahlt wurde, ist unbekannt. Verantwortliche wie der damalige Union-Carbide-Chef wurden bis heute nicht bestraft. Die laufenden Gerichtsverfahren ziehen sich in die Länge.