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Gemischtes Echo auf Obama-Pläne

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Gemischtes Echo auf Obama-Pläne

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In Afghanistan selbst hält sich die Begeisterung über die neuen amerikanischen Pläne in Grenzen. Die abermalige Aufstockung der Truppen gefällt nicht jedem:

“Wenn die USA mehr Soldaten schicken, dann steigt damit vielleicht nur die Verärgerung der Afghanen über die Fremden in ihrem Land”, meint ein Mann auf der Straße in Kabul. “Russland hat auch mehr Soldaten geschickt, aber es hat nicht geholfen. Mit mehr Soldaten hört das Kämpfen nicht auf, es nimmt nur noch zu.” In der afghanischen Politik ist Skepsis ebenfalls verbreitet – was aber auch zu tun hat mit dem bald geplanten Abzugsbeginn. Obama sei von der Wirklichkeit in Afghanistan wohl sehr weit entfernt, sagt die Parlamentsabgeordnete Shukria Barakzai. Und was die USA öffentlich als ihre Strategie verkauften und was sie wirklich täten, seien zwei völlig verschiedene Dinge. Auch andere sehen in dem jetzt angekündigten Rückzug durchaus Gefahren. Die USA müssten noch eine ganze Weile in Afghanistan bleiben, um den Sicherheitskräften hier zu helfen, meint Harun Mir, Leiter einer Forschungseinrichtung, des Afghanistan Center for Research and Policy Studies. Er rechne noch einmal mit etwa einem Jahrzehnt. Die afghanische Regierung hat gerade angekündigt, ihre Sicherheitskräfte beträchtlich aufzustocken. Damit entspricht sie Forderungen des Westens. Polizei und Armee zusammengenommen, sollen es einmal vierhunderttausend Mann sein, mehr als doppelt so viele wie jetzt. Das aber braucht viel Zeit – und Geld.