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Minarette: Boykottaufruf gegen Schweizer Banken

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Minarette: Boykottaufruf gegen Schweizer Banken

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Aus Protest gegen das Schweizer Bauverbot für Minarette hat die Türkei wohlhabende Muslime aufgerufen, ihr Geld aus der Schweiz abzuziehen. Der türkische Europaminister Egemen Bagis empfahl am Mittwoch die Türkei als Alternative, sie sei auch von der weltweiten Finanzkrise nicht so stark betroffen.

“Die in der Schweiz lebenden Türken sollten friedlich ihren Protest zeigen. Ich bin sicher, dass unsere muslimischen Brüder, die Geld auf Schweizer Banken haben, oder in der Schweiz investieren und Geschäftsbeziehungen mit dem Land unterhalten, wissen, wie sie reagieren können”, sagte Bagis Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Schweizer Entscheidung bereits gestern als Zeichen einer wachsenden Islamophobie in Europa gewertet. Staatspräsident Abdullah Gül sprach von einer Schande für die Schweiz und Beispiel für Feindseligkeit gegenüber Muslimen in der westlichen Welt. Scharfe Kritik hagelte es auch von den Vereinten Nationen. Die Hochkommissarin für Menschenrechte sprach von einem “eindeutig diskriminierenden Akt”. Die Schweiz laufe Gefahr, gegen von ihr eingegangene internationale Verpflichtungen zu verstoßen. In Genf, einem der vier Kantone mit einer Mehrheit gegen das Minarettverbot, versammelten sich gestern abend rund 2000 Menschen, um gegen den Volksentscheid zu protestieren. Unter dem Motto “Wir sind alle Muslime”, errichteten sie auf dem Platz vor der Peters-Kathedrale, in der der Reformator Calvin gepredigt hat, Holzminarette.