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Wenig Klarheit vor Kopenhagener Klimagipfel

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Wenig Klarheit vor Kopenhagener Klimagipfel

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Nur wenige Tage noch bis zum Kopenhagener Klimagipfel – aber: Die Erwartungen sind gesunken, denn gerade die großen Verursacher von Treibhausgasen versprechen nicht viel.

Zwar zeichnet sich auch aus Indien jetzt eine Zusage für die Senkung des Ausstoßes ab, aber sie ist noch nicht offiziell: Und die 24 Prozent bis 2020 (gegenüber 2005) beziehen sich, wie auch im Fall Chinas, nur auf eine Senkung gemessen pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts – die so genannte Kohlenstoffintensität. Zusagen wie die der EU oder der USA beziehen sich dagegen auf einen absoluten Wert für eine ganze Volkswirtschaft. China oder Indien wollen sich aber das Wachstum nicht verderben lassen: Wenn der Ausstoß von Kohlendioxid nun je produzierte Einheit gilt, so kann der Gesamtausstoß – bei dem dort üblichen starken Wirtschaftswachstum – trotzdem weiter steigen. Länder wie diese beiden sehen aber auch nicht ein, dass sie jetzt Opfer bringen sollen, nachdem die Wirtschaft im Westen lange Zeit ungehindert wachsen konnte. “Warum gab es denn zwei Jahre keine Fortschritte”, fragt Chinas zuständiger Diplomat Yu Qingtai; “doch weil die Industrieländer nicht aufrichtig verhandelt haben.” Innerhalb von dreißig Jahren hat sich Chinas Ausstoß an Kohlendioxid durch die rasante Wirtschaftsentwicklung verfünffacht. Das Land, das stark von der Kohle abhängt, ist heute der größte Kohlendioxidproduzent der Erde. Ohne China ist das Klima somit nicht zu retten. Aber auch die Versprechen aus den USA bleiben hinter denen aus Europa zurück: Ausgangsbasis für die Berechnungen ist dort nicht 1990, sondern 2005 – jede Senkung damit weitaus weniger eindrucksvoll.