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Künftig mehr Rechte für unverheiratete deutsche Väter


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Künftig mehr Rechte für unverheiratete deutsche Väter

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat unverheirateten Vätern in Deutschland den Rücken gestärkt. Die Straßburger Richter gaben gestern einem ledigen Vater im Streit um die Sorgeberechtigung für seine 14-jährige Tochter Recht. Nun muss die deutsche Gesetzeslage an die in Europa übliche Praxis eines gemeinsamen Sorgerechts für Vater und Mutter angepasst werden.

Geklagt hatte der 45-jährige Horst Zaunegger aus dem Großraum Köln. “Für mich ist das ganz klar eine Menschenrechtsverletzung, denn ich werde degradiert als nicht-ehelicher Vater zu einem Elternteil zweiter Klasse”, so Zaunegger. “Und dafür gibt es gar keinen Grund, denn ich bin ein verantwortungsvoller Vater, habe das auch schon gezeigt und ich habe keinen Zugang zur gemeinsamen Sorge.” In der Urteilsbegründung hieß es, der Vater sei von deutschen Gerichten, die gegen ein gemeinsames Sorgerecht entschieden hätten, anders behandelt worden als die Mutter oder verheiratete Väter.

Dies verstoße gegen das Diskriminierungsverbot der Europäischen Menschenrechtskonvention. Die deutsche Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erklärte, ihr Ministerium werde die Debatte über gesetzgeberische Änderungen jetzt “sorgfältig und mit Hochdruck führen”.

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