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Wem gehört Jerusalem?

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Jerusalem – Stadt der ungelösten Probleme. Im Streit um Grundstücksrechte in Ost-Jerusalem werden jahrhundertealte Dokumente aus der Zeit des osmanischen Reiches herangezogen.

Stephan Miller, Sprecher des politisch in Israel auf dem rechten Flügel angesiedelten Jerusalemer Bürgermeisters Barkat erklärt dessen eindeutig harte Position: Für ihn ist Jerusalem die jüdische Hauptstadt. Außschließlich die Hauptstadt des jüdischen Volkes. Deshalb müsse Jerusalem wieder vereinigt werden. Nicht nur aus ideologischen Gründen. Auch für die Verwaltung der “wichtigsten Stadt der Welt”. Er verweist darauf, dass es mit der Teilung einer Stadt noch nie gut ging. Das ist ist kein theoretischer Standpunkt. Jüdische Siedler versuchen seit Jahren vollendete Tatsachen zu schaffen, die Bevölkerungsstruktur im arabischen Ost-Teil zu ihren Gunsten zu ändern. Laut Völkerrecht sind ihre Neubauten illegal – und sie erschweren eine zwei-Staaten-Lösung. Das führt ständig zu Spannungen Hier im arabischen Stadtteil Sheik Jarrah wohnt Nasser Ghawe, Vater von sechs Kindern, seit 4 Monaten praktisch auf der Straße, weil er von der israelischen Verwaltung und radikalen Siedlern gezwungen wurde, sein Haus zu räumen. Er sagt:” Ich sitze auf der Straße, sie wollen die Familien vertreiben, das Viertel zerstören und auf diesem Grund und Boden Wohnungen für 250 Siedler bauen.” 57 Personen erging es bisher so wie ihm. Exmittiert. Beim Nachbarn in der gleichen Straße ging es um einen Anbau an das kleine Haus, den er vor zehn Jahren errichtet hat. Auch der Nachbar sieht den Konflikt eher politisch: Nabil Al Kurd formuliert es so: “ Wir sind hier und sie werden uns nicht von unserem Land vertreiben. Wir werden dafür kämpfen, dass dies die Hauptstadt der Palästinenser wird. Wie gehen nicht weg aus Jerusalem. Wir werden in Jerusalem sterben.” In seinem Fall hat der Richter den Anbau für illegal erklärt und den Schlüssel dafür einer jüdische Siedlerorganisation gegeben. So etwas heizt natürlich die ohnehin gespannte Stimmung weiter an. “Im arabischen Ostteil Jerusalems leben etwa 60.000 Palästinenser in Häusern ohne Baugenehmigung. Was soll mit diesen Menschen geschehen? Gleichzeitig versuchen radikale jüdische Siedler im Ostteil der Stadt zu kaufen, zu bauen und zu wohnen. Das führt zu Spannungen. Es fliegen Steine. Es geht um die Frage: wem gehört Jerusalem? Eine Hauptstadt oder zwei Hauptstädte wie von der EU gefordert, das ist die Frage die so schnell nicht gelöst werden kann. Euronews, in Jerusalem, Hans von der Brelie.”