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Morales gewinnt Wahl in Bolivien

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Morales gewinnt Wahl in Bolivien

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Boliviens linker Staatschef Evo Morales ist bei der ersten Präsidentenwahl unter der neuen Verfassung mit überragender Mehrheit im Amt bestätigt worden. Für den Indio-Präsidenten stimmten nach inoffiziellen Prognosen zwischen 62 und 63 Prozent der Wähler. Das waren fast zehn Prozentpunkte mehr, als vorhergesagt und bei seiner ersten Wahl 2005. Morales sagte, der heutige Sieg sei nicht nur ein Sieg für die Bolivier, sondern eine Anerkennung und eine Widmung für anti-imperialistische Präsidenten, Regierungen und Menschen. Der 50-jährige Morales hatte vor der Abstimmung betont, sein Reformprojekt sei noch nicht abgeschlossen. Seine erste Amtszeit wurde von zahlreichen Konflikten begleitet. Er will vor allem der benachteiligten Indio-Mehrheit mehr Rechte verschaffen und sie an den Gewinnen aus der Ausbeutung von Bodenschätzen beteiligen.

Morales’ schärfster Widersacher, der konservative frühere Militär Manfred Reyes Villas, kam nach Angaben von Umfrageinstituten auf 23 bis 24 Prozent. Die Opposition wirft Morales vor, das Land in die Abhängigkeit von Venezuela geführt zu haben und eine rassistisch gefärbte kommunistische Diktatur errichten zu wollen.  Morales ist ein Verbündeter des linksgerichteten venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez. Er überraschte das Land kürzlich mit der Ankündigung, er wolle eventuell 2015 ein drittes Mal zur Wahl antreten. Er setzte gegen den Widerstand der Opposition eine Verfassungsreform durch.