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Schwellenländer: Ohne Technologietransfer läuft nichts

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Schwellenländer: Ohne Technologietransfer läuft nichts

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Schönen Gruß von Auspuffrohren und Kraftwerkschloten: Vom industriellen Fortschritt haben Millionen Afrikaner nichts. Besser gesagt: nichts als den Schaden. Afrika ist gerade mal für 3,6 Prozent des klimaschädlichen CO2 verantwortlich, schätzt die UNO.

Wenn die globale Erwärmung die Wüsten wachsen läßt, wie derzeit etwa in Kenia, haben aber nicht nur 10 Millionen Kenianer nicht mehr genug zu essen. Greenpeace rechnet in den nächsten drei Jahrzehnten mit 200 Millionen Hungerflüchtlingen. Für Kopenhagen haben UNO-Experten auch deshalb als Ziel festgelegt, den Abgas-Ausstoß aus fossilen Brennstoffen bis 2050 zu halbieren – auf der Basis der Werte von 1990. Das sei nötig, um den globalen Temperaturanstieg auf 2 º C zu begrenzen – verglichen mit der Zeit vor der Dampfmaschine. Und die Wirklichkeit ? Seit der UN-Klima- Konvention von Rio vor 17 Jahren haben die Emissionen weltweit um 30% zugenommen. Höchste Zeit, den Trend umzukehren. Um das zu schaffen, müssen immer mehr junge Industrieländer ins Boot geholt werden. Die finden, die Altverschmutzer sollten auch beim Schonen der Umwelt mal schön vorangehen. China etwa will sein Wachstum nicht bremsen, nur den CO2-Ausstoß je produzierter Einheit reduzieren…. – um bis zu 45% bis 2020, verglichen mit 2005. – Die USA werden vermutlich zum erstenmal zum Land der leicht begrenzten Möglichkeiten: Minus 3% auf Basis 1990. Kanada peilt das Gleiche an. – Die EU hat sich synchron zu 20% Minus verpflichtet. – Auch Rußland und Japan wollen bis zu ein Viertel weniger schaffen, immer auf der Basis der Werte von 1990. – Indien strebt mindestens ein Fünftel weniger an als im Jahr 2005, Brasilien hat das schon zugesagt. Zwei Grad mehr als zu Zeiten der Herren Siemens, Daimler, Bosch und Krupp – das soll das Maximum sein – kaum einer, der da widersprechen würde. Aber Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien und Südafrika wollen sich nicht mehr einseitig kontrollieren oder gar abhängen lassen. Sie verlangen von den Industrieländern den Transfer umweltfreundlicher Technologien in Entwicklungsländer – möglichst samt Finanzierung. Soll heißen – wer keine Windturbinen oder Solaranlagen liefert, kann auch die internationale Kontrolle der Umweltziele in den Kamin schreiben.